Phönix-Tagebuch

Hallo an alle Freunde, Mitglieder und Gönner der Tierhilfe Phönix e.V. sowie an alle, die an unserer Tierschutzarbeit interessiert sind.

Wir haben jeden Tag so viele unterschiedliche Dinge für den Verein zu tun und es passiert so viel, dass wir euch hier alle etwas an unserer Arbeit teilhaben lassen.

Hier könnt ihr mitverfolgen, was bei uns so los ist.

Jeden Monat versenken wir die alten Tagesberichte im Archiv. Dort könnt ihr, wenn ihr wollt, nochmal nachlesen, was so passiert ist.
 

+++ PAYPAL-SPENDEN WIEDER MÖGLICH! +++

PayPal hat es endlich geschafft, die Beschränkungen unseres Accounts aufzuheben. Eine ausstehende turnusmäßige Verifizierung als gemeinnützige Organisation konnten wir nicht durchführen, da man uns plötzlich irrtümlich als Unternehmen klassifiziert hatte und wir die geforderten Informationen nicht liefern konnten, da wir ja kein Unternehmen sind. Nach einem ersten Telefonat mit dem Support sagte man zu, alles wieder freizuschalten, wir müssten uns allerdings etwas gedulden. Das taten wir, es geschah jedoch nichts. Erst ein weiteres Telefonat Anfang dieser Woche brachte den Durchbruch. Nun ist alles wieder hergestellt. Puuh...


 

21.10.2026

Hallo ihr Lieben! Der Markt liegt nun hinter uns uns mittlerweile ist alles wieder eingeräumt, das Zelt getrocknet und die Tische sind verstaut. Das Wetter am Markttag war leider nicht so toll und vielleicht war das der Grund, dass wir nicht so viel Umsatz hatten, wie wir uns das gewünscht hätten. Leider sind nicht alle Leckerchen verkauft worden und so möchten wir sie jetzt im Nachgang anbieten.

Unsere Hundekekse werden nur aus den besten Inhaltsstoffen hergestellt. Wir benutzen Dinkelmehl, Reismehl, Buchweizenmehl, Olivenöl und biozertifizierte Zutaten. Falls ihr also Interesse an den unterschiedlichsten Leckerchen habt, so könnt ihr sie gerne bei uns bestellen. Es ist möglich, einzelne Sorten zu bestellen oder aber eine Mischtüte, in der alles drin ist. Wir haben Kekse mit Leberwurst, Thunfisch, Banane, Karotten, Quark, Nüssen, Honig, Käse usw. Anbei findet ihr eine Liste mit allen noch verfügbaren Sorten und ein Beispielbild, damit ihr seht, wie die Teile so aussehen.

100 g kosten 3,00 €. Wenn ihr etwas bestellen möchtet, dann meldet euch einfach bei uns.

Bitte denkt daran, dass nur noch ca. 4 - 5 kg da sind. Es kann also sein, dass die eine oder andere Sorte schnell ausverkauft ist. Am sinnigsten wird es also sein, eine Mischtüte zu bestellen. Wir versenden die Kekse natürlich gerne.

Hundekekse-Beispiele

Liste Hundekekse

 

20.10.2026

Heute sind die ersten Wünschekarten für die Fressnapf-Weihnachtsaktion fertig geworden. Wir haben Bilder von den Hunden und Katzen, die neue Besitzer suchen und leider noch im Tierheim in Spanien auf ein Zuhause warten, gemacht und die Wünsche, die diese Tiere haben, dazu geschrieben. In den letzten Jahren haben viele Tierfreunde für diese armen Seelen Futter, Spielzeuge oder aber auch Deckchen und Knabberzeugs gekauft. Diese Weihnachtsgeschenke sind dann Ende des Jahres nach Spanien gegangen und haben den Hunden und Katzen der Protectora ein tolles Weihnachtsfest beschert. Dieser Wünschebaum beim Fressnapf ist eine großartige Sache, gerade in der spendenarmen Zeit sichert dieses Extra vielen Tieren das Überleben. Tatsächlich hatten wir in den letzten Jahren oft sogar Liegeflächen, Spezialfutter und ganz tolles Spielzeug, das wir natürlich so niemals hätten finanzieren können. Wenn wir Dinge für die Hunde und Katzen kaufen, geht es ums Überleben, wenn die Kunden des Fressnapf etwas verschenken, geht es darum, eine individuelle Freude zu machen. Die Idee ist wunderbar und dass es funktioniert, ist noch viel besser.

Wir freuen uns jetzt schon darauf, die gespendeten Sachen zu verpacken und dann blitzschnell in die Protectora zu versenden. Wer vielleicht noch etwas Zuhause hat, was sein Hund nicht mehr braucht, kann uns das allerdings auch vorbeibringen. Wir nehmen natürlich auch gebrauchte Artikel, die allerdings gewaschen und sauber sein müssen. Bitte keine Federbetten oder Schumstoffmatratzen, so etwas wird zerpflückt und macht den Mitarbeitern nur Arbeit. Wir können wegen der Gummis keine Spannbettlaken nehmen und auch Teppiche möchten wir nicht. Handtücher und Decken sind allerdings wirklich wichtig und werden immer gebraucht, Liegeflächen und Körbchen sind toll und helfen den Hunden, die in Pflegestellen untergebracht sind, wirklich weiter. Wenn ihr euch nicht sicher seid, was alles gebraucht wird - einfach anrufen.

Bitte denkt daran, dass wir ab Mitte Januar bis Mitte März keine Spenden annehmen können. Wir können sie dann nicht sammeln, weil wir unsere Lagerfläche mit unseren Pflanzen/Rasenmäher/Bänken usw. besetzt haben.

 

18.10.2026

Uwe hat gestern mit Alexandra das Auto gepackt und ist heute schon ganz früh nach Siefersheim unterwegs gewesen. Die Wettervorhersage prophezeit uns einen stark bewölkten, aber regenfreien, kühlen Herbsttag. Wir haben heute mit Vanessa, Frauke, Alexandra und Uwe ein altbewährtes Team am Start, alle haben viel Erfahrung und haben natürlich gute Laune im Gepäck. Hoffen wir mal, dass das Wetter hält und viele Leute an unserem Stand etwas finden, was sie unbedingt haben wollen. Unsere Auswahl ist groß und bestimmt ist für jeden etwas dabei.

12 Uhr - Das Wetter ist weiterhin bedeckt, aber kein Regen. Viel ist nicht los, aber die Stimmung ist gut und einige Leckerchen sind schon verkauft worden.

14 Uhr - Es könnte besser laufen, man merkt doch, dass es recht frisch ist. Trotzdem haben sich nette Gespräche ergeben und manche Kleinigkeit hat auch schon den Besitzer gewechselt.

16 Uhr - der Markt geht bis 18 Uhr und irgendwie scheint nichts mehr los zu sein. Die Stimmung ist weiterhin gut, die Kasse aber leider nicht besonders voll.

18 Uhr - der Markt ist vorbei und wir haben noch ganz viele Hunde-Leckerchen übrig... wie schade.

Wir werden versuchen, sie nun so zu verkaufen - wer Interesse hat, kann uns anschreiben. Wir versenden die Leckerchen natürlich gerne!

Ganz herzlichen Dank an alle fleißigen Helfer! Ohne euch wären unsere Märkte nicht möglich. Danke, dass ihr uns und die Tiere unterstützt und eure Freizeit den Tieren widmet. Ihr seid die Besten!

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15.10.2026

Es hat etwas gedauert aber jetzt sind zwei Spendenpaletten auf dem Weg in die Protectora Villena. Diesesmal sind nicht nur Futtersäcke, Decken für den Winter, Nassfutter für Katzen und Hunde und Körbchen in allen Größen dabei, wir haben auch fünf große PC-Monitore für die Büros unserer Tierschutzkollegen mitschicken können. So etwas ist großartig und natürlich eine wirkliche Seltenheit. Die Monitore hat uns unsere Tierfreundin Silke gespendet und wir möchten uns ganz herzlich dafür bedanken! Etwas zu spät kam eine tolle Infrarotheizplatte von Simone bei uns an. Die Paletten waren schon foliert und fertig zur Abholung. Dieses tolle Teil geht also beim nächsten Mal mit nach Spanien. Ein ganz liebes Dankeschön geht an dich, Simone!

Auch in diesem Jahr dürfen wir an der Fressnapf-Weihnachtsaktion teilnehmen! Das ist etwas ganz besonderes und natürlich sind wir mehr als glücklich darüber. Schon jetzt sind wir mit dieser Riesenaktion voll beschäftigt. Es müssen Bilder unserer Tierheimhunde gemacht werden und es müssen die Weihnachtswünsche zu jedem Tier passend auf den Bildern vermerkt werden. Die Kunden des Fressnapf können dann an einem "Wünschebaum" die Bilder betrachten und, wenn sie es möchten, einen Wunsch erfüllen. Im letzten Jahr konnten so ganz gezielt spezielle Wünsche einzelner Tiere erfüllt werden und noch vor dem 01.01. dieses Jahres gingen zwei Paletten mit Liegeflächen, Trocken- und Nassfutter, Spielzeug, Welpenmilch, Vitaminprodukte usw. auf nach Spanien. Dass die Tiere ein Weihnachtsfest hatten, freute nicht nur sie selbst, sondern auch die Mitarbeiter, die große Augen machten und zu Tränen gerührt waren. Solche Aktionen sind für den Fressnapf typisch und wir können euch gar nicht sagen, wie sehr sie den Tieren damit helfen.

Wir freuen uns schon jetzt auf den Wünschebaum und hoffen, dass die armen Hunde und Katzen der Protectora Villena auch in diesem Jahr wieder so tolle Geschenke bekommen werden wie Ende 2025. Wir lassen uns mal überraschen.

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14.08.2026

Mit dem Backen der Hundekekse sind wir jetzt fertig. Der Rücken ist wund und die Bandscheiben lassen grüßen, aber wir sind rechtzeitig fertig geworden. Nachdem der Soonwald-Markt ins Wasser gefallen ist, hoffen wir natürlich jetzt, die Scharte wieder auszuwetzen. Die Wettervorhersage ist allerdings nicht besonders berauschend und so kann es sein, dass uns auch morgen ein regnerischer Sonntag erwartet. Wir geben allerdings die Hoffnung nicht auf und denken, dass der Siefersheimer Herbstmarkt auch bei Nieselregen gut besucht sein wird. Er ist einfach der schönste Markt in unserer Gegend und da Hundemenschen nicht aus Zucker sind, hoffen wir, dass wir unsere Leckerchen schon an die Frau/den Mann bringen werden. Drückt alle mal ganz feste die Daumen!

 

13.10.2026

Nach über 40 Jahren im Tierschutz habe ich viele Hunde kennengelernt. Ich habe Welpen gesehen, die ihre erste Chance bekamen, Junghunde, die lernten zu vertrauen und Familien, die mit ihrem Hund aus dem Tierschutz ihr Zuhause geteilt haben. Doch heute berührt mich vor eines besonders tief: das Schicksal der alten Hunde.

Hunde ab etwa 5 oder 6 Jahren - und erst recht Hunde von 8 bis 10 oder 12 Jahren - warten oft viel zu lange im Tierheim. Manche verbringen dort ihre letzten Monate oder gar Jahre, ohne jemals wieder ein eigenes Körbchen, eine vertraute Stimme oder einen eigenen Menschen zu haben. Das macht mich unsagbar traurig und zugleich aber auch entschlossen, etwas zu verändern.

Ein älterer Hund ist kein "Restposten". Er ist ein Wesen, das oft viel erlebt hat: Vertrauen, Verlust, vielleicht Vernachlässigung oder das Leben auf der Straße. Und trotzdem, oder gerade deshalb, bringen so viele von ihnen eine besondere Ruhe, Dankbarkeit und Tiefe mit. Seniorenhunde brauchen oft keine stundenlangen Wanderungen, kein Welpentraining und sie haben auch keine rastlose Energie. Sie brauchen Sicherheit, regelmäßige Tierarztbetreuung, ein weiches Plätzchen, gutes Futter und Menschen, die ihnen zeigen: Du bist nicht mehr alleine. Bei uns darfst du alt werden - in Würde und mit Liebe.

Erfahrungen aus unserer langen Tierschutzzeit zeigen, dass ältere Hunde häufig länger im Tierheim bleiben und geringere Vermittlungschancen haben. Gleichzeitig gibt es aber ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass "Senioren für Senioren" oft eine sehr passende Verbindung sein kann. Ruhige und erfahrene Hunde passen gut zu besonnenen Menschen!

Viele unserer frühreren Adoptanten sind heute selbst älter geworden und suchen vielleicht nicht mehr unbedingt einen jungen wilden Hund, der sie fordert, sondern einen treuen Begleiter für gemeinsame Spaziergänge, aber auch gemeinsame Ruhe und die kleinen wichtigen Momente des Alltags. Ein Hundesensior kann genau das sein. Ein ausgeglichener Gefährte für den Menschen, ein Hund für die, die keine Welpenzeit mehr wollen. Ein dankbarer Begleiter für erfahrene Hundehalter, ein liebevoller Mitbewohner für Menschen, die einem Tier in seiner letzten Lebensphase Geborgenheit schenken wollen. So ein Hund kennt oft schon die Abläufe im Haus, folgt gut, ist stubenrein und zeigt sein Wesen ganz klar.

Natürlich ist Alter kein Garant für problemloses Zusammenleben, jeder Hund ist individuell. Aber gerade bei Senioren kennen wir Charakter, Energie, Verträglichkeit und gesundheitliche Bedürfnisse meist besonders gut und können deshalb verantwortungsvoll vermitteln.

Ich würde gerne versuchen, künftig gezielt älteren Hunden eine Chance geben - gerade solchen, die im Ausland in Tierheimen oder Auffangstationen auf ein Zuhause warten. Wir würden gerne einige Seniorenhunde nach Deutschland holen, sie hier tierärztlich versorgen, um sie dann bei geeigneten Pflegestellen ankommen zu lassen und ihnen dann ein passendes Zuhause zu vermitteln.

Dabei gilt für uns, dass kein Hund nur wegen seines Alters abgeschrieben wird. Wir schauen auf den einzelnen Hund, seine Gesundheit, sein Wesen und die Lebenssituation seiner Interessenten. Eine seriöse Vermittlung bedeutet für uns auch medizinische Untersuchungen, offene Aufklärung über mögliche Vorerkrankungen, sorgfältige Auswahl und Begleitung nach der Adoption.

Wenn ihr also überlegt, einem Senior ein Zuhause zu geben, dann meldet euch gerne bei uns. Vielleicht habt ihr selbst schon Hunde gehabt und wisst, wie kostbar ein treuer, ruhiger und loyaler Begleiter sein kann. Vielleicht seid auch ihr älter geworden und wünscht euch wieder einen Hund - aber einen, der zu eurem heutigen Leben passt, oder ihr möchtet vielleicht helfen, ohne zu adoptieren - als Pate, Pflegestelle oder ähnliches. Wir können jede Hilfe gebrauchen!

Bitte gebt unserer Idee eine Chance! Die Tiere werden es euch danken, mit jedem Blick, jedem Schwanzwedeln und jedem stillen Moment an eurer Seite. Ein alter Hund hat nicht weniger Liebe zu geben, er hat vielleicht sogar mehr! Die Liebe eines Wesens, das weiß, wie wertvoll ein Zuhause ist.

Bitte schreibt mal in den Kommentar, was ihr davon haltet.

Auch alte Hunde verdienen Liebe

 

11.10.2026

Wir sind endlich mit dem Backen fertig geworden. Die letzten Hundekekse sind in Leinenbeutelchen verpackt und hängen wieder einmal im Arbeitszimmer an der Decke. Diesesmal gibt es keinen Hund mehr, der sich nach oben in den ersten Stock schleicht und sehnsüchtig den Hals verrenkt, um irgendwie an die leckeren Kekse zu kommen. Seit Angelo sich alleine auf die Reise gemacht hat, brauchen wir nichts mehr abzuschließen, wegzustellen oder gar zu verstecken. Ob man es glaubt oder nicht - wir vermissen es.

Unser letzter Markt in diesem Jahr wird der Herbstmarkt in Siefersheim sein. Wir hoffen nach dem Wasserbad in Schöneberg, dass wir diesesmal keinen Regen haben und der Stand nicht unberührt wieder abgebaut werden muss. Wir brauchen die Einnahmen wirklich ganz dringend und hoffen, dass ihr uns in Siefersheim besucht. Ihr seid alle ganz herzlich eingeladen!

Siefersheimer Herbstmarkt 2026

 

09.10.2026

Überraschend durften wir beim Fressnapf Rüsselsheim an einer kleinen, 2-tägigen Spendenaktion teilnehmen. Es kamen Spenden im Wert von über 500 € zusammen! Ganz lieben Dank an die tollen Kunden und das super Team des Rüsselsheimer Fressnapf! Ihr seid die Besten!

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08.10.2026

Bestimmt habt ihr von den massiven Regenfällen gehört, die zur Zeit wieder in Katalonien/Barcelona gewütet haben. Mindestens zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Bereits in den vergangenen Tagen hatten Überschwemmungen auch im Baskenland für Katastropheneinsätze gesorgt. Leider ist durch den Klimawandel wohl jetzt in jedem Jahr mit solchen Wetterextremen zu rechnen.

Der Regen zerstört Existenzen, er tötet Menschen und Tiere und stürzt viele in unermessliches Leid. Wir können uns das hier oft nur schwer vorstellen, sind aber vielleicht durch die Katastrophe im Ahrtal im Juli 2021 sensibilisiert worden. Wie schlimm muss es den Menschen und Tieren ergehen, die massive Regenfälle und die dazugehörigen Ängste in jedem Jahr durchleben müssen. Als Tierschutzverein kümmern wir uns um die Tiere, die durch solche Wetterextreme alles verlieren. Tierheime, die sich nach solchen Wetterereignissen nicht mehr alleine helfen können, können sich natürlich jederzeit an uns wenden.

Aber natürlich helfen wir auch, wenn einfach kein Futter mehr gekauft werden kann, weil Spenden fehlen. Andrés zum Beispiel hilft Straßenhunden und bringt diese auch ab und zu in die Protectora Villena. Natürlich helfen wir auch ihm gerne mit Futter aus. Er hat sich jetzt einen ganzen Transporter voll mit Trockenfutter geholt und zusätzlich für den Winter noch einige Konvektoren, die wir netterweise von einer Dame geschenkt bekamen, die ebenfalls Hunde von uns hat. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Silke, die immer wieder mal Spenden für uns hat, die auf den ersten Blick gar nicht so typische Hilfsgüter für Tierschutzvereine sind. Kleine elektrische Heizungen sind für Tierheime in Spanien allerdings echt klasse, sie halten Büros warm und genauso auch Quarantänebereiche, Küchen, Toiletten, Abstellräume und dass Hunde und Katzen davor gerne kuscheln, ist jedem klar.

Zur Zeit haben wir 2 Paletten Hilfsgüter bei uns stehen, die noch auf die Abholung warten. Diesesmal haben wir Computermonitore dabei - auch nicht unbedingt die typische Spende, aber wahnsinnig wertvoll für die Büros der Vereine. Sie sind noch nicht in Spanien, werden aber schon sehnsüchtig erwartet. Hoffen wir mal, dass die Paletten diese Woche noch abgeholt werden.

 

07.10.2026

Heute hat dann auch die Allgemeine Zeitung einen großen Artikel über das Damwild der Rheinhessen-Fachklinik Alzey veröffentlich (für Abo-Inhaber: https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/alzey/rfk-damwild-in-alzey-gerettet-tierschuetzer-sind-erleichtert-6499944). Unser Protest gegen den Abschuss der Tiere hat Früchte getragen und obwohl das Veterinäramt zuerst bestätigte, dass ein Abschuss der 13 Tiere als letzte Option möglich sei - immerhin handelt es sich um verzehrbares Wild, sagt die Klinik nun, dass der Abschuss vom Tisch sei. Man wird sich darum bemühen, die Tiere lebend abzugeben und solange man keinen geeigneten Lebensraum und keinen sachkundigen Abnehmer findet, bleiben die Tiere auf dem Gelände der RFK.

Was mich immer noch etwas irritiert, sind Aussagen der RFK, die auf den therapeutischen Nutzen des Damwildes verweisen. So sagt Herr Wakulat (Sprecher der RFK), dass die Tiere in den vergangenen Jahren therapeutisch wenig genutzt wurden. Das scheint auch der Grund zu sein, dass das Rudel nicht mehr länger auf dem Gelände verbleiben soll. Wir fragen uns nun, was sich in den letzten Jahren geändert haben soll. Damwild kann man nicht spazierenführen, man kann nicht darauf reiten und streicheln kann man es auch nicht. Seit den 1960er Jahren hat sich also nichts am therapeutischen Nutzen der Tiere geändert. Wieso sollen sie nun abgeschafft werden?

Wir haben durch all die Zuschriften und Anrufe die Sicht der Bürger kennengelernt. Die Tiere sind für die Patienten wichtig und auch das Personal der RFK mag das kleine Rudel nicht missen. Selbst Spaziergänger und Besucher nutzen seit Jahrzehnten die Zeit am Gehege, um zur Ruhe zu kommen und auszuspannen. Wie uns viele Menschen erzählt haben, sind sie durch ihre Besuche beim Damwild sogar mit Patienten ins Gespräch gekommen und man habe daraus gelernt, die Distanz, die man früher gegenüber z. B. psychisch erkrankten Personen hatte, abzubauen.

So etwas ist großartig und alles das, was uns in vielen Telefonaten geschildert wurde, zeigt doch, dass die Tiere seit Generationen ein wichtiger Bestandteil der Fachklinik und damit von Alzey selbst sind. Wir wissen nun, dass die Alzeyer Bürger auf keinen Fall bereit sind, auf die Tiere zu verzichten. Wir verstehen deshalb nicht, dass die RFK immer noch an ihrem Plan festhält, das Damwild letztendlich abzuschaffen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Bürger von Alzey damit nicht einverstanden sind.

Da der therapeutische Nutzen der Tiere wohl nur eine Ausrede ist, bleibt die Frage, warum man sich von den Tieren trennen will. Sollten es finanzielle Beweggründe sein, so kann ein Förderverein die Kosten leicht tragen. Die Abschaffung der Tiere ist unserer Meinung nach die schlechteste Option und wird niemals funktionieren, wenn die Klinik das Vorhaben transparent macht und öffentlich den Zeitpunkt der Abgabe ankündigt.

Die Abgabe der Herde garantiert aus meiner Sicht auch keinesfalls ein Überleben der Tiere. Wie schon erwähnt, handelt es sich bei Damwild um verzehrbares Wild und selbst wenn die Tiere lebend abgegeben werden, bedeutet das nicht, dass der neue Besitzer nicht irgendwann die Entscheidung fällt, sie zu schlachten. Wir können nur hoffen, dass die Entscheidungsträger der Rheinhessen-Fachklinik endlich einsehen, dass die Tiere einen großen Nutzen für alle haben und man besser den Gedanken an eine Abschaffung fallen lässt, bevor die Alzey Büger auf die Barrikaden gehen.

Wir bleiben in dieser Sache wachsam und ansprechbar. Sollte jemand Informationen für uns haben, kann man uns jederzeit anrufen oder anschreiben. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei dem/der Hinweisgeber/in, ohne den/die wir nichts von der/dem geplanten Abgabe/Abschuss erfahren hätten.

 

04.10.2026

Heute ist Welttierschutztag und wieder einmal stellen wir uns die Frage, ob es tatsächlich etwas zu feiern gibt.

Der Welttierschutztag gilt allen Tieren: Haustieren und sogenannten Nutztieren, aber auch Wildtieren und Versuchstieren, Zootieren, Vögel, Nagetieren und auch den Arten, die wir Menschen weniger sympathisch finden. Dazu gehören ausdrücklich auch die Insekten.

Der Welttierschutztag wird traditionell am 04. Oktober begangen. Das Datum erinnert an Franz von Assisi, der für seine besondere Verbundenheit mit Tieren und der Natur bekannt war. Als internationaler Aktionstag wurde der 04. Oktober 1931 auf einem Tierschutzkongress in Florez festgelegt. Die Initiative geht unter anderem auf den deutschen Tierschützer Heinrich Zimmermann zurück. Eine besondere Tierart wurde dabei nicht festgelegt. Der Tag gilt also nicht nur für Haustiere, nicht nur für bedrohte Arten und nicht ausschließlich für Tiere, die unmittelbar vom Menschen abhängig sind. Sein Anspruch ist weitaus umfassender. Tiere sollen als empfindungsfähige Lebewesen wahrgenommen werden, deren Leben und Wohlbefinden nicht alleine davon abhängen dürfen, ob sie uns nützen, gefallen oder vertraut sind.

Das schließt auch Insekten ein, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken und viele andere Arten. Manche von ihnen nehmen wir kaum wahr, andere von ihnen empfinden wir als lästig oder schädlich. Doch auch sie sind Tiere und Teil eines empfindlichen ökologischen Gefüges. Ihr Schutz gehört deshalb ganz selbstverständlich zum Tierschutz. Über Insekten wird häufig erst gesprochen, wenn ihr Fehlen auffällt. Dabei bilden sie die Grundlage vieler Lebensgemeinschaften. Sie bestäuben Pflanzen, zersetzen organische Materialien, lockern Böden oder dienen zahlreichen anderen Tieren als Nahrung.

Vögel sind in besonderem Maß auf Insekten angewiesen. Viele Arten füttern ihre Jungen mit Raupen, Käfern, Fliegen oder anderen kleinen Tierchen. Wenn Insekten verschwinden, fehlt den Vögeln nicht nur Nahrung im Allgemeinen. Zur Brutzeit fehlt ihnen genau die eiweißreiche Nahrung, die sie zur Aufzucht ihrer Jungen brauchen. Ein Rückgang der Insekten wirkt sich daher auf die ganze Nahrungskette aus.

Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen geraten Insekten durch mehrere Faktoren unter Druck: den Verlust blütenreicher Lebensräume, monotone Landschaften, den Rückgang von Hecken und Feldrändern sowie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Dazu gehören Herbizide, die Wildkräuter beseitigen, Fungizide und Insektizide. Nicht jedes Mittel wirkt auf jede Insektenart gleich, doch die Summe aus chemischer Belastung, fehlender Nahrung und zerstörten Rückzugsorten kann für viele Populationen gravierende Folgen haben.

Dabei muss zwischen den verschiedenen Spritzmitteln unterschieden werden. Herbizide richten sich gegen Pflanzen, Fungizide gegen Pilze und Insektizide gegen Insekten. Trotzdem können alle drei Gruppen direkt zum Insektenrückgang beitragen. Wenn Blühpflanzen verschwinden, fehlt Nahrung. Wenn Lebensräume verarmen, fehlen Nistplätze und Überwinterungsorte. Wenn zusätzlich giftige Wirkstoffe eingesetzt werden, steigt der Druck weiter an.

Der Rückgang der Insekten betrifft deshalb nicht nur die Insekten selbst, er verändert auch das Leben der Vögel, Fledermäuse, Amphibien und vieler anderer Tiere. Eine Landschaft kann auf den ersten Blick grün und gesund aussehen und dennoch biologisch verarmt sein. Ein Feld mit nur einer Kulturpflanze bietet natürlich nicht dieselbe Vielfalt wie eine Landschaft mit Wildblumen, Hecken, kleinen Gewässern, Brachen und unterschiedlichen Bodenstrukturen. Wo kaum etwas blüht und wenig stehen bleiben darf, finden Insekten weder ausreichend Nahrung noch geeignete Verstecke. Für Vögel kann das bedeuten, dass sie zwar noch brüten, aber nicht genügend Nahrung für ihre Jungtiere finden. Für andere Tiere bedeutet das, dass ihre wichtigste Nahrungsquelle allmählich verschwindet.

Der Schutz von Insekten ist deshalb kein Nebenthema des Tierschutzes. Er ist die Voraussetzung dafür, dass viele andere Tiere überhaupt überleben können. Wer über den Schutz von Rotkehlchen, Meisen und Spatzen spricht, muss deshalb auch über Käfer, Larven, Fliegen und Spinnen nachdenken. Wer den Rückgang der Vögel beklagt, darf nicht nur Nistkästen aufhängen, sondern muss auch fragen, ob in ihrer Umgebung noch genügend Nahrung vorhanden ist.

Gerade bei den Insekten zeigt es sich, wie stark unser Verhältnis zu Tieren von Sympathie abhängt. Schmetterlinge und Marienkäfer gelten als schön, Bienen als nützlich. Wespen, Mücken, Fliegen oder Käfer werden dagegen schnell als störend betrachtet. Natürlich müssen wir uns vor Krankheiten, Stichen und Schäden schützen dürfen. Nicht jede Bekämpfung ist vermeidbare Grausamkeit. Aber auch hier sollte die erste Frage nicht lauten, ob wir ein Tier mögen, sondern ob seine Bekämpfung wirklich notwenig ist und ob es nicht mildere Alternativen gibt. Dasselbe gilt für Ratten, Mäuse, Gartenschläfer und andere Tiere, die sich in unserer Nähe bewegen. Der Wert eines Tieres darf nicht davon abhängen, ob es in unsere Vorstellung von Ordnung und Sauberkeit passt.

Besonders deutlich wird der Widerspruch bei Haustieren und Nutztieren. Hunde und Katzen leben vielfach in unseren Wohnungen, schlafen in unseren Betten, erhalten medizinische Versorgung und werden als Familienmitglieder behandelt. Gleichzeitig bleiben Tiere, die für Fleisch, Milch oder Eier gehalten werden, im öffentlichen Bewusstsein oft abstrakt. Wir sprechen von "Nutztieren", als wäre ihre Bestimmung bereits in diesem Wort enthalten. Aus Lebewesen werden Produktionsfaktoren, dabei schützt das deutsche Tierschutzgesetz grundsätzlich jedes Tier. Sein Zweck besteht darin, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Das Gesetz unterscheidet also nicht zwischen einem geliebten Haustier und einem Tier, das gegessen werden wird.

In der Praxis bestehen jedoch erhebliche Unterschiede. Haltung, Transport und Schlachtung landwirtschaftlich gehaltener Tiere werden durch zusätzliche Vorschriften geregelt. Für deren Einhaltung und die Kontrollen vor Ort sind in Deutschland die Bundesländer und insbesondere die unteren Veterinärbehörden zuständig. Damit ist die rechtliche Grundlage vorhanden. Aber ein Gesetz alleine schützt noch kein Tier. Es muss kontrolliert, durchgesetzt und im Zweifel auch gegen wirtschaftliche Interessen angewendet werden. Und so zeigt sich die größte Schwäche des Tierschutzgesetzes häufig nicht im Wortlaut, sondern in der Umsetzung des Gesetzes. Wenn ein Tier über längeren Zeitraum misshandelt, vernachlässigt oder unter unzumutbaren Bedingungen gehalten wird, kann jede Verzögerung gravierende Folgen haben. Gerichte arbeiten nicht ohne Grund langsam, sie müssen Beweise prüfen, Beteiligte anhören und rechtliche Verfahrensformen und -Abläufe einhalten. Doch ein Verfahren, das ein, zwei oder gar drei Jahre dauert, kann für ein Tier eine kaum vorstellbare Zeitspanne sein. Sein ganzes Leben oder zumindest ein großer Teil davon kann vergangen sein, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Auch Amtsveterinäre stehen zwischen gesetzlichem Auftrag, begrenzten personellen Ressourcen, Beweisfragen und verwaltungsrechtlichen Vorgaben. Das erklärt manch eine Verzögerung, entschuldigt aber nicht jedes Nichtstun. Nach Angaben des Bundesministeriums sind die Behörden verpflichtet, bei Verstößen die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Dazu können Ordnungswidrigkeits- und Strafverfahren, die Wegnahme von Tieren oder auch ein Tierhalteverbot gehören.

Für das betroffene Tier zählt jedoch nicht nur, welche Maßnahmen grundsätzlich möglich wären. Entscheidend ist, ob sie rechtzeitig erfolgen. Tierschutz, der erst nach Jahren wirksam ist, kann rechtlich korrekt und praktisch trotzdem unzureichend sein. Bei Insekten und anderen kurzlebigeren Arten kommt ein weiteres Problem dazu. Was für ein Gerichtsverfahren eine überschaubare Zeit ist, kann für eine ganze Population oder Generation entscheidend sein. Wenn jedes Jahr weniger Insekten schlüpfen, fehlen nicht nur einzelne Tiere, sondern möglicherweise ganze Fortpflanzungszyklen und Nahrungsgrundlagen.

Auch bei Zootieren gehen die Meinungen weit auseinander. Zoos könnten Wissen vermitteln, Artenschutzprojekte anstoßen und Menschen für Tiere sensibilisieren. Zugleich bleiben Fragen nach Gehegegrößen, natürlichen Verhaltensweisen, Zuchtprogrammen und dem Umgang mit überzähligen Tieren berechtigt. Ein Gehege ist nicht automatisch tiergerecht, nur weil Besucher es schön finden oder die Anlage Bildungsarbeit leistet.

Ähnlich schwierig ist die Debatte über Versuchstiere. Medizinische Forschung kann mit erheblichen menschlichen Interessen verbunden sein. Trotzdem darf der Hinweis auf einen möglichen Nutzen nicht jede Belastung rechtfertigen. Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit, Ersatzmethoden und die konkrete Haltung der Tiere müssen immer wieder kritisch geprüft werden.

Rettungshunde widerum genießen große Anerkennung, weil ihr Einsatz sichtbar und emotional verständlich ist. Aber auch ein besonders tapferer oder nützlicher Hund bleibt ein Tier mit Grenzen. Anerkennung darf nicht dazu führen, dass Überforderung, Verletzungsrisiken oder schlechte Haltungsbedingungen übersehen werden.

Der Wert eines Tieres darf nicht davon abhängen, wie spektakulär seine Leistung ist. Und er darf ebenso wenig davon abhängen, wie groß und auffällig das Tier selbst ist.

Der Welttierschutztag ist dann überflüssig, wenn er lediglich aus freundlichen Bildern, niedlichen Tiergeschichten und allgemeinen Appellen besteht. Er ist wichtig, wenn er Leid sichtbar macht, das sonst leicht übersehen wird: Im Schlachthof, im Stall, im Versuchslabor, im Zoo, im Garten und auf den Feldern. Er soll auch daran erinnern, dass Tierschutz und Naturschutz nicht voneinander zu trennen sind. Der Schutz eines Vogeln endet nicht bei einem Nistkasten. Er beginnt bei der Frage, ob es in der Umgebung genügend Insekten gibt. Der Schutz eines Igels endet nicht beim Aufstellen einer Wasserschale. Er hängt auch davon ab, ob seine Lebensräume erhalten bleiben. Und der Schutz von Insekten endet nicht bei einem Insektenhotel, wenn gleichzeitig blütenreiche Flächen verschwinden und Pestizide eingesetzt werden.

Warum gelten wirtschaftliche Abläufe oft als unveränderlich, während tierische Bedürfnisse als störender Kostenfaktor wahrgenommen werden? Die Antwort darf nicht lauten: nur das Schöne, Seltene, Nützliche oder Vermenschlichte ist schützenswert. Schützenswert ist das Tier als fühlendes oder empfindungsfähiges Lebewesen und als Teil eines ökologischen Zusammenhangs. Bei Insekten wissen wir nicht bei jeder Art und in jeder Situation genau, wie Empfindung und Schmerz erlebt werden. Wir wissen aber, dass sie auf Reize reagieren, vielfältige Verhaltensweisen zeigen und für andere Tiere sowie für das ganze Ökosystem unverzichtbar sind. Schon deshalb ist es verantwortungslos, ihren Rückgang als belanglose Begleiterscheinung unseres Wirtschaftens abzutun.

Das bedeutet nicht, dass wir alle Tiere identisch behandeln müssen. Ein Hund hat andere Bedürfnisse als ein Igel. Gerechtigkeit bedeutet nicht Gleichbehandlung in jeder Einzelheit, sondern dass die jeweiligen Bedürfnisse ernstgenommen werden. Auch der Mensch hat Bedürfnisse, Nahrung, Sicherheit, Gesundheit und ein funktionierendes Zusammenleben. Doch diese Bedürfnisse sollten nicht automatisch jede Form von Tierleid rechtfertigen. Wo Leiden vermeidbar ist, muss es vermieden werden. Wo Haltungs- und Wirtschaftsformen systematisch verhindern, dass Tiere grundlegende Bedürfnisse ausleben können, müssen wir über Veränderungen sprechen - auch wenn sie unbequem und teuer sind.

Der Welttierschutztag kann uns dabei helfen, die Grenzen unserer eigenen Empathie zu erkennen. Ein verantwortungsvoller Tierschutz muss auch dort stattfinden, wo unsere Sympathie aufhört - bei der Taube, der Ratte, der Wespe und dem unscheinbaren Käfer ebenso wie beim Schwein im Stall!

Ein Welttierschutztag taugt wenig, wenn wir ihn als Beweis dafür sehen, dass unsere Gesellschaft Tiere bereits ausreichend schützt. Dafür sind die Widersprüche einfach viel zu groß, die Lücken zwischen Gesetz und Wirklichkeit zu offensichtlich und die Unterschiede zwischen einzelnen Tiergruppen zu tief.

Er kann aber vieles bewirken, wenn er als Prüfstein verstanden wird. Als Aufforderung genauer hinzusehen, im eigenen Garten, im Tierheim, beim Kauf von Lebensmitteln, bei der Haltung von Haustieren, in Zoos und in der Forschung, auf landwirtschaftlichen Flächen und bei Behörden. Nicht jedes Problem lässt sich an einem Tag lösen, aber an einem Tag kann sichtbar werden, was wir sonst lieber verdrängen. Die Aufgabe des Welttierschutztages besteht nicht darin, uns zu bestätigen, sondern uns zu fragen, ob unser Handeln diesem Anspruch gerecht wird.

Vielleicht ist das Wichtigste, was wir an diesem Tag feiern können, nicht der Zustand des Tierschutzes. Vielleicht ist es die Möglichkeit, ihn ernsthaft zu verbessern - für das Tier, das neben uns lebt, und für das Insekt, dessen Fehlen wir erst bemerken, wenn die Vögel verstummen.

Welttierschutztag_ Gemeinsam für alle Tiere (2)

 

03.10.2026

Gestern waren wir mit Sira noch einmal bei einer Spezialistin. Eigentlich wollten wir eine Computertomografie ihrer Schulter machen lassen, um der Ursache für ihr wiederkehrendes Lahmen auf den Grund zu gehen. Weil diese Untersuchung nur in einer Vollnarkose gemacht werden kann, wurde vorher ein Blutbild/Geriatrie-Profil erstellt. Wir wollten sicher sein, dass Leber und Niere die Narkose gut verkraften können.

Dabei gab es dann eine Überraschung - wir waren bisher davon ausgegangen, dass Sira 13 Jahre alt ist. Erst beim Blick in den Impfpass stellten wir fest, dass zwar der Chip vor 13 Jahren gesetzt wurde, unser Mädchen aber schon 15 Jahre alt ist. Und dennoch: Die Tierärztin beschrieb Sira als gut orientiert, toll bemuskelt und erstaunlich fit. Obwohl Sira blind und taub ist, findet sie sich in ihrem Alltag wunderbar zurecht, wirkt agil und scheint sich weiterhin wohl zu fühlen. Leider waren ihre Leber und Nierenwerte nicht gut genug, um noch eine Vollnarkose zu verantworten.

Bei der ausführlichen neurologischen Untersuchung enstand dann allerdings der Verdacht, dass die Ursache für Siras Beschwerden nicht in der Schulter liegt, sondern in der Wirbelsäule. Die bisherigen Behandlungdn konnten vermutlich deshalb keinen Erfolg bringen. Eine Wirbelsäulen-OP kommt für Sira nicht mehr in Frage. In ihrem Alter wäre das Risiko jedem Chirurgen zu groß und die Heilungsaussichten sind einfach nicht mehr so gut.

Diese Entscheidung ist zwar schwer, aber sie ist vor allem eine Entscheidung für Sira. Ab jetzt bekommt unser Mädchen starke Schmerzmittel. Sie sollen dafür Sorgen, dass die schmerzhaften Phasen und das Lahmen ihren Alltag nicht länger bestimmen. Unser Ziel ist klar: Sira soll die Zeit, die ihr noch bleibt, nicht mit Schmerzen verbringen müssen, sondern mit Nähe, Sicherheit und schönen Momenten und allem, was sie liebt. Wir wissen, dass kein Leben ewig dauert. Aber wir können dafür sorgen, dass Siras verbleibende Zeit möglichst leicht, liebevoll und würdevoll ist. Sie soll spüren, dass wir für sie da sind, dass sie nicht alleine ist, und dass sie, genauso wie sie ist, geliebt wird.

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02.10.2026

Wir haben es geschafft! Das Damwild der Rheinhessen-Fachklinik in Alzey wird vorerst bleiben. Die Klinik hat uns darüber informiert, dass ein Abschuss nicht mehr in Frage kommt und das Wohl der Tiere für die Klinikleitung höchste Priorität hat. Gemeinsam mit dem Veterinäramt arbeitet man daran, einen geeigneten neuen Lebensraum für die Tiere zu finden. Es kommt ausschließlich eine Lösung in Betracht, bei der die Tiere am Leben bleiben. Das heißt, dass solange kein neuer Platz gefunden ist, das Rudel auf dem Gelände der RFK bleibt.

Die Klinikleitung hat damit auf die Bürger reagiert, die sich besorgt an die RFK gewendet hatten und das Damwild auch weiterhin auf dem Gelände der RFK sehen wollen. Wir hatten nach einem anonymen Hinweis alle Hebel in Bewegung gesetzt und den SWR, die Alzeyer Zeitung, PETA und diverse andere Organisationen mobilisiert, um den Tieren ein Weiterleben zu garantieren. Wir sind wirklich froh, dass die RFK nun erkannt hat, wie sehr das Wildgehege den Alzeyer Bürgern am Herzen liegt und dass es nicht möglich ist, die Tiere über den Kopf der Alzeyer Bürger hinweg abzuschaffen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem Whistleblower, der uns über den Vorgang informiert hat. Ohne diesen Hinweis hätten wir alle wohl erst mit dem Anblick eines leeren Geheges gemerkt, dass die Tiere weg sind.

Auch jetzt finde ich es wichtig, den Verantwortlichen der RFK klarzumachen, dass die Tiere für alle Besucher, Patienten und auch für die Angestellten der Klinik einen großen Wert haben. Seit den 1960er Jahren gehört das kleine Rudel der RFK fest zum Gesicht der Stadt - für viele Bürger sind sie längst mehr geworden als nur Tiere im Gehege. Die Herde ist ein Stück Naherholung, ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann und ein lebendiger Teil der lokalen Identität. Die Tiere schenken Ruhe, schaffen Begegnungen und helfen, innere Blockaden zu lösen. Die Tiere sind seit Generationen ein wichtiger Bestandteil der Fachklinik und damit auch von Alzey selbst. Unsere Bürger sind nicht bereit, auf diese besonderen Tiere zu verzichten, sie gehören zu Alzey und Alzey lässt sie sich nicht wegnehmen.

Vielleicht könnt ihr das mit einem Brief an die RFK den Verantwortlichen einmal ganz klar und deutlich vermitteln. Auch wenn es jetzt nicht mehr um einen Abschuss der Tiere geht, steht ja immer noch die Abschaffung der Herde im Raum. Wer auch das nicht möchte, muss jetzt aktiv werden und seine Meinung dazu der Klinikleitung mitteilen.

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aktualisiert am 21.10.2026

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